Priorat
"Priorat", eine Verkostung des Steirischen Sommeliervereins, unter der Leitung von Helmut Gramer, in der Weinbar Glou Glou.
Neben dem klassischen und weithin bekannten Rioja gibt es nur noch das bedeutend kleinere, aber qualitativ auf Augenhöhe liegende Priorat, welche ebenfalls die höchste Einstufung als DOQ/DOCa besitzt.
Im 12. Jahrhundert wurde diese unwegsame Gegend von Mönchen besiedelt und damit begann der Weinbau sich zu etablieren. Über die nächsten Jahrhunderte wurde Wein vor allem für sakrale Zwecke und als Nahrung für ansässige Mönche und Bauern angebaut und verwendet. Durch die Enteignung der Mönche, durch den spanischen Premierminister im Jahre 1835, der später folgenden Reblaus, Pilzkrankheiten, Landflucht und diversen Kriegen, verlor der Weinbau an Bedeutung und erst Mitte der 1970er Jahre erwachte die Region aus ihrem Dornröschenschlaf.Dafür verantwortlich war die sogenannte „Gang of Five“, fünf abenteuerliche Weinbauern, darunter auch René Barbier und Alvaro Palacios. Sie schreiben eine Erfolgsgeschichte und ließen die Rebfläche von nur mehr 600 ha im Jahre 1979 auf nunmehr 2.237 ha ansteigen.
Das Priorat unterteilt sich in 12 Ortweinregionen. Hohe Temperaturen findet man hier überall, aber im Norden steigen die Weinberge bis auf 700 m an und im Südosten bekommt man in den Nachtstunden feuchte Luft vom Mittelmeer. Durch diese Einflüsse und durch die recht hohen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht, verfügen die Weine über genügend hohe Säurewerte und eine teilweise kaum zu erwartende Frische.Das 2019 eingeführte Klassifikationssystem wurde überraschend schnell umgesetzt und findet seinen Niederschlag auf den Flaschenetiketten und in der Qualität. Eine Region, die es sich zu beobachten lohnt!

